21 Genf – Verney/Minzier

Mittwoch, 21. April 2004, 30 km

Wetter: Sonne, kühl

Ein herrlicher Morgen! Aus Genf bin ich über grüne Wege schnell draussen. Die Wegweiser verweisen immer auf den “Itinéraire Culturel Européen” . Da geht sich’s doch gleich viel aufrechter, als auf so ‘nem popeligen “Tourisme pédestre”.

Noch eine Straße vor einem kurzen Anstieg überquert, schon bin ich in Frankreich. Mit eleganten neuen Wegweisern wollen die Franzosen auftrumpfen (hört aber nach einigen Tagen auch wieder auf).

In den Kirchen von Neydens und von Beaumont       Laudate . Dann geht es hinauf auf die Höhe. Wunderbarer Blick zurück nach Genf und nach Westen und Osten. Die Chartreuse de Pomier, einst ein großes Kloster, heute Luxusherberge mit grandioser Aussicht beeindruckt mit den Resten des alten Eingangstors.

Am Friedhof von St.Blaise setze ich mich zu einer langen Mittagspause an die warme Friedhofsmauer; Käse, ein köstlicher Apfel, Weißbrot, Wasser und ein Schlückchen Wein. Dazu die herrliche Aussicht nach Süden. Schöner kanns nicht sein.

Weiter, immer auf und ab. Es ist sehr warm, ich trinke viel und mein Wasser wird knapp. In Charly alte Pilgerkapelle und der Hinweis auf Trinkwasser. Kapelle ist leider zu und der Brunnen tot.

Der Weg führt zum Balcon de Jura, mit unglaublicher Aussicht über gelbe Löwenzahnwiesen in die schneebedeckten Berge. Toll, dass heute das Wetter so gut mitspielt.

Weg durch Wald nun in miserablem Zustand; stark morastig, nicht zu begehen. Ich weiche zum Waldrand aus und wate durch duftende Sonnenwiesen.

In Verney frage ich einen alten Mann nach der “Famille Chervet”. Er schickt mich nach Norden, zu einem Haus, dass ich gerade passiert habe, korrigiert sich dann, andere Richtung. Ich marschiere los, finde keinen passenden Namen an den Briefkästen. Schließlich frage ich, bereits im Tal angekommen, einen jungen Mann. “Chervet???” Nein, er kenne alle hier in der Gegend, Chervet gäbs nicht. Mist. Ich zeige ihm den Eintrag in der Liste. “Ahhhh, Gilles et Jadzga, naturellement, mes amies!” und schickt mich zurück zum vorhin erwähnten Haus. Nettes Ehepaar mit kleinem Kind, arbeiten in Genf und nehmen Pilger auf. Gemütlicher Abend bei Hühnchen, Käse und Wein. Altes Bauernhaus, sehr geschmackvoll in Eigenleistung renoviert. Schlafe herrlich.

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