4 Ravensburg – Konstanz

Samstag, 4. April 2004, 38 km

Wetter: Sehr kalt, aber recht schön, sehr windig. 

Ich starte um 6:00. Durch die verschlafene Stadt tatsächlich auf dem schnellsten Weg hinaus. Irgendwie hilft mir ein Schutzengel, an Zweifelstellen den rechten Weg zu gehen und z.B. punktgenau eine versteckte Eisenbahnunterführung zu finden.

Schöner Weg durch Wälder, entlang Wiesen und Feldern, durch ein sumpfiges Naturschutzgebiet. Auf einem Baumstumpf Rast; aber es ist sehr kalt. Schließlich kommt die Sonne ein wenig raus, ich zieh meinen Anorak aus; beim Gehen ist mir warm genug.

Mittagspause in einem Gasthof am Weg, Kräuterquarkgefüllte Kartoffeltaschen und 2 Apfelsaftschorle. Langsam werde ich doch müde. Noch 18 km entlang der B33 nach Meersburg oder 24 km entlang dem Wanderweg. Ich entschließe mich für die B33 (spinnt der??), auf einem begleitenden Radweg; und es wird ganz überraschend schön. Muss keinen Weg suchen; mit halbgeschlossenen Augen marschiere ich vor mich hin, und gerate in eine ganz angenehme meditative Trance; die Autos auf der B33 stören überhaupt nicht.

Über Obstbaumhöhen erreiche ich nahezu erfrischt Meersburg und gönne mir trotz des eisigen Wetters ein Eis; ich freu mich auf die Überfahrt nach Konstanz; sie vermittelt mir immer Urlaubsgefühle (Urlaubsgefühl + Urlaub = Superurlaub). Bei der Ankunft grüßt Beni und schießt ein Foto seines Papas (“So erledigt hab’ ich Dich ja noch nie erlebt!”).

Zurück zu seiner Wohnung gehen wir zu Fuß übers Horn (ganz Pädagoge, habe ich auf Fußmarsch bestanden, er soll sich ja auch bewegen!). Und wie er sich bewegt! Er geht so flott, dass ich mit meinen müden Füssen nicht nachkomme. Die Oberschenkel tun weh, ich kann sie gar nicht mehr richtig heben, die Unterschenkel beißen, die Fußsohlen spüren jeden Stein (Prinz auf der Erbse); außerdem muss ich dringend.

Hinterlistig frage ich ihn, ob er mal meinen neuen Rucksack testen will. Will er. Endlich sind wir da. Gemütliches Essen im “Guten Hirten”. Um 22:30 noch den Pfarrer der Stadtpfarrkirche rausgeklingelt, für den Pilgerstempel. Er lässt mich deutlich spüren, was er von mir hält und ich habe ein schlechtes Gewissen.

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