5. Tag Wittingen – Wolfsburg

13. Juni
Wittingen-Wolsfburg/Sülfeld 50 km
3180 Wolfsburg-Sülfeld
Ev. Markus-Gemeinde
Dorfstraße 6
Telefon 05362-4328

Plattes Land. Wind, weiße, zerrissene Wolken, Felder, schwarz-weiße Kühe.

Es geht zunächst flott vorwärts; aber bereits nach 6km schon wieder Pause. Wir sitzen auf der Kirchhofsmauer und warten auf Christoph und Anna, die mal wieder telefonieren. Sehr kalt, aber schön. Wirklich ein warmer Winter, dieser Sommer.

Durch einen riesigen Kiefernwald. Christoph zu mir: “Entscheide Du doch, ob wir hier geradeaus durchs Dickicht gehen sollen. Die Damen vertrauen Dir eher als mir.” Ich schließe mich Christophs Vorschlag an. Es wird dann wirklich ganz dicht: durch engstehendes, junges, und dort, wo wir durch müssen, verdorrtes Fichtengewirr. Jeder sucht sich seinen Weg. Schließlich kommen wir auf einer Kreuzung mit einer großen Wandertafel raus.

Irgendwo östlich liegt tief drinnen im Wald das Versuchsgelände von VW.

Weiter durch diese scheinbar endlosen Kiefernwälder. Teilweise sumpfiger Waldweg. Wir steigen von Grasbüschel zu Grasbüschel. Mal sticht die Sonne so, daß ich meinen Anorak ausziehe, mal pfeift der Wind eiskalt.

Vorbei an einem Truppenübungsplatz (junge Männer mit geschwärzten Gesichtern, welkendes Laub am Helm, spielen Krieg.), quer durch Buschwerk und über Moorflächen, über duftende, gemähte Wiesen und unter Elektrozäunen hindurch zu einem Gehöft. Anschließend im Wald eine Meditation. Sonnenflecken am Boden, weicher Wind, zwitschernde Vögel, Anna schnarcht…..

Ich schlafe ein wenig ein, an einen Baum gelehnt.

Es geht weiter,oben an einem sandigen Absturz entlang. Von ferne blubbernde, dumpfe Geräusche. Nach einigem Rätseln ahnen wir: Lastkähne auf dem Mittellandkanal, den wir bald erreichen werden. Auf dem Weg entlang der Wasserstraße feiner Kies, sehr gut zum Wandern. Das knirschende Geräusch der Schuhe hilft beim rhythmischen Gehen.

An der Bundesstraßenbrücke zweigen wir ab; dann über Wiesen und Pfade sehr schön bis Wolfsburg.

Kurz vorher müssen wir nochmal über den Kanal. Wo ist die Brücke? Wir suchen sie auf einem schmalen Waldpfad oberhalb des Flusses.

Schließlich wird es doch noch sehr lang, vor allem in Sülfeld. Immer die Hauptstraße lang, ständig langsam ansteigend. Nach einer langgezogenen Linkskurve endlich das Ziel: ein Kirchlein, fast nur Kapelle, ein kleines, gemütliches Gemeindehaus.

Eine Radlerin, sie ist aus der DDR, begrüßt Gudrun. So’n Zufall. Rüdiger labt Margit mit einer Fußmassage. Will noch jemand?

Nachher sitzen wir im Rund im Vorraum und singen. Es wird das einzige gemeinsame Singen am Abend auf der ganzen Tour gewesen sein.

Wir machen es uns wieder auf dem Boden bequem. Meine Lagerstatt ist diesmal in der Nähe des Eingangs neben einem Heizkörper. Leider nutzen ihn einige zum Trocknen ihrer Handtücher und Socken. Mir wird zu warm. Mitten in der Nacht wache ich mit trockenem Mund auf, trinke ein wenig Wasser aus der Leitung und mache den Heizkörper aus.

233 km

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